Die Legende: TB 303

Original und Clone


Das Original

Die TB 303 ist die Legende in der Techno-, House- und Acid-Musik. Es handelt sich um einen kleinen, recht primitiven Synthesizer, der über einen VCO (Rechteck und Sägezahn) verfügt, an der Hüllkurve nur die Decay-Einstellung erlaubt, und der nicht einmal über ein Keyboard, geschweige denn per CV/Gate oder MIDI angesteuert werden kann. Es lassen sich nur Töne entlocken, indem man einen 16 Noten umfassenden, patternorientierten Sequenzer programmiert.

Im Jahre 1980 brachte Roland die TB 303 zusammen mit der Drummachine TR 606 auf den Markt, um einen Schlagzeuger und einen Bassisten zu ersetzen. Aber die Sounds waren derart schlecht, daß niemand sie benutzen wollte.

Warum also ist die TB 303 dann solch ein Kult-Teil? Ganz einfach: Weil sieben Jahre später zum ersten Mal einer auf die Idee kam, eine Sequenz einzuprogrammieren und bei der Wiedergabe an den Knöpfen zu drehen. Wenn man das macht, entwickelt sich die 303 zur Bestie: Mit ihrem 18dB-Filter kommen Töne von tiefen Bass-Attacken bis zu pfeifenden Acid-Schreien aus diesem Wunderding, der Sequenzer wird zum Zufallsgenerator, und die einzigartige Slide-Funktion bewirkt ihr Übriges zum typischen 303-Sound.

Neben der Drummachine TR 909 ist die TB 303 zum meistgesuchten Techno-Gerät überhaupt geworden, und während sie damals neu 750 DM kostete, liegt der heutige Gebrauchtpreis bei über 2.000 DM.

Wenn Ihr noch Genaueres über die Maschine wissen möchtet, dann gibt es eine eigene TB-303-Seite im WWW!



Der Clone

Die "echte" TB 303 hat zwei Nachteile: Sie wird nicht mehr gebaut, und die Gebrauchtpreise sind astronomisch. Deshalb brachten in den letzten Jahren verschiedene Hersteller Nachbauten der 303 auf den Markt, die zum halben Gebrauchtpreis des Originals angeboten werden. Der Clone, für den sich Thomas Sandmann nach ausgiebigen Vergleichen entschied, schnitt nicht nur vom Sound am besten ab, sondern halbiert den Preis nochmals: Der MB33 von mam ist schon für ca. 500 Mark zu haben:

Die Klangerzeugung ist der 303 nachempfunden, und es stehen exakt die gleichen Regler wie beim Original zur Vefügung. Das 19"-Gerät hat statt des Sequencers eine MIDI-Schnittstelle, somit kann man es per Keyboard oder Computer-Sequencer ansteuern. Wie beim Original dreht man dann während der Wiedergabe an den Knöpfen, und die Funktionen Accent und Slide gibt es auch: Bei MIDI-Velocity-Werten über 120 wird der Accent ausgelöst, bei legato gespielten Noten der Slide.

Der Sound erreicht das Original sehr nahe. Die Entwicklungsingenieure haben die 303-Schaltung offenbar sehr genau studiert und ihre Eigenschaften optimal übertragen. Klangliche Unterschiede ergeben hauptsächlich durch die Tatsache, daß man die Maschine per MIDI ansteuert und nicht per Step-by-Step-Sequencer programmiert. Aber erstens ergeben sich dadurch wesentlich flexiblere Möglichkeiten, und zweitens hat mam auch für die Freunde des Step-Sequencings eine Lösung: Den Drum- und 303-Sequencer SQ16.


Der neue Clone

Als Nachfolger des MB33 stellt mam den neuen MB33II vor. Im neuen Design sieht er auch toll aus:

Zusätzlich zu den Features seines Vorgängers lassen sich alle Regler per MIDI-Controller steuern. Die am Gerät vorgenommenen Änderungen werden auch per MIDI ausgegeben und können so im Sequencer aufgezeichnet werden. Neu ist weiterhin ein Suboszillator, der für ordentlichen Druck im Bassbereich sorgt. Und die Pulsweite der Rechteckwelle ist modulierbar. mam hat übrigens auf die Wünsche der Anwender reagiert und dem Neuen eine erheblich ausgeprägtere Resonanz spendiert - Klasse! Und wer das nicht braucht, kann auch weiterhin den "alten" MB33 kaufen, denn der ist nach wie vor erhältlich.



· [Zurück] · [Total Recall] · [ths Nation] ·