Samplitude 2496

High Resolution Audio Editing und Mastering



Samplitude 2496 arbeitet als 32-Bit-Software nativ auf reiner Prozessor-Basis, benötigt also keine zusätzlichen DSP-Karten. Es läuft unter Windows NT (aber auch unter Windows 95) auf einem Pentium II oder Pentium Pro. Neben reinem CD-Mastering können ganze HD-Projekte bearbeitet werden, so daß man auch eine Mehrspur-Aufnahme oder den Schnitt einer Live-Aufzeichnung direkt im System vornehmen kann. Das gesamte Programm arbeitet in Echtzeit und nicht-destruktiv, so daß die Bearbeitungen keinerlei Auswirkungen auf die Originalaufnahmen haben. Und wenn Ihr doch einmal etwas in die Dateien einrechnen laßt, stehen 100 Undo-Schritte zur Verfügung.
Schön ist die objektorientierte Arbeitsweise. Jeder Track auf der späteren CD sollte als eigenes Objekt angelegt werden. Damit können die Tracks dann beliebig mit der Maus "durch die Gegend" geschoben werden, und jeder Track kann auch seine eigenen Einstellungen haben.
Samplitude Dazu hat Samplitude 2496 ein Arrange-Fenster (1), das bis zu 999 Stereo-Spuren enthalten kann. Im Mischer (2) werden parametrische Equalizer (3), Dynamics, Volumen, Panorama usw. zugeordnet. In der Mastersektion gibt es Mulitband-Dynamics, Multiband-Enhancer, Dehisser und FFT-Filter. Noch toller als der Mischer ist allerdings der Objekt-Editor (5), denn hier erhält jedes Objekt (also jeder CD-Track) seinen eigenen EQ, seine eigenen Dynamics, und natürlich auch Fades etc. - damit lassen sich alle Tracks feinfühlig aufeinander abgleichen. Auch die Indizes werden direkt im Audio-Fenster gesetzt, und das Schreiben einer Red-Book-CD erfolgt ebenfalls in Echtzeit direkt aus dem Editor, so daß selbst hier das Einrechnen der Bearbeitung in die Dateien entfällt.
Neben einem sehr komfortablen Crossfade-Editor stehen auch alle Editier-Tools zur Verfügung, die das "große Vorbild" liefert. So läßt sich der Lautstärke- und Pan-Verlauf mit Gummiband-Hüllkurven beliebig formen. Und wenn man ein Objekt verschiebt, bleiben die Kurven relativ zur Position erhalten. Außerdem sind die Kurven unglaublich flott, so daß selbst kürzeste Fahrten ohne Nebeneffekte realisierbar sind. Ich habe es beim Testen darauf angelegt, aber ich habe die Kurven auch mit unzählig vielen, wild verteilten Eckpunkten nicht aus dem Tritt gebracht...
Auch die Effekt-Qualität verdient ein Lob, und hier merkt man ebenfalls die hohe Auflösung. Immerhin arbeitet Samplitude nicht nur mit 24 Bit, sondern dazu noch im Floating Point Format - eine tolle Sache. Der Multiband-Kompressor (Finalizer läßt grüßen...) ist eine Wucht. Aber wer seine liebgewonnen PlugIns der Konkurrenz einsetzen möchte (wer kann schon ohne den L1 leben?), wird von SEK'D nicht allein gelassen. Sowohl in den Kanälen als auch im Master gibt's Direct-X-Schnittstellen, so daß beispielsweise auch die Waves-PlugIns nicht draußen bleiben müssen. Und nur so kann eine Mastering-Umgebung sinnvoll sein: Man muß eben alle Möglichkeiten haben!
Seit der Version 5.30 bietet Samplitude 2496 einen Surround-Mischer an. Neben dem codierten Zweikanal-Surround-Format zur Wiedergabe mit Decodern wie beispielsweise Dolby Prologic steht volle 5.1-Funktionalität zur Verfügung. Zusammen mit einer mehrkanaligen Audiokarte, idealerweise einer RME Digi 96/8 Pro, ist die externe Weiterverarbeitung oder Codierung ebenso möglich. Alternativ kann man das ausgegebene Signal nur zum Monitoring nutzen und die Audiodaten zur internen Weiterverarbeitung durch Trackbouncing zusammenfassen.


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